Donnerstag, 21. Mai 2009

Verkostungsnotiz: Auxerrois, Krämer&Lorscheider(Vertrieb), Bernard-Massard(Hersteller), Grand Premier Cru, 2007, trocken


Da mich das kleine Weingut Krämer-Lorscheider schon sehr oft positiv überrascht hat mit Ihren preiswerten Spitzenweinen. Und da ich ein großer Auxerrois Fan bin war ich natürlich neugierig auf den Wein. Und da es an der luxemburger Mosel sehr gute Auxerrois gibt, war die Vorfreude noch größer. Und ich wurde bestätigt, noch mehr als das.
Beim ersten Geruch umströmen saftig grün-fruchtige Noten nach Wiese, Zitrus und Grapefruit die Nase, welche das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Außerdem umschmeichelt ein lieblicher Duft nach knackiger Birne die Nase.
Im Mund ein prickelnd frisches Zusammenspiel von zarter Süße und kribbelnder Säure gepaart mit einer leichten Herbe. Herrlich grün und frisch. Eine sinnlich fruchtige Kombination aus Grapefruit, Birne und Mirabelle streicheln den Gaumen und lassen einen verzückend schmunzeln. Unterstrichen wird das Erlebnis durch starke Anzeichen nach unreifer Stachelbeere. Der Wein hat einen langen und intensiven Abgang. Dieser körperreiche, aber säurearme und trotzdem charakterstarke und frische Wein macht einem nur Freude, wenn man solche Wein schätzt. Ein Auxerrois an einem heißen Sommertag ist eine traumhafte Ergänzung im alltäglichen Leben.
Viele Grüße
Esther

Verkostungsnotiz: Amarone della Valpolicella, Antario, 2004, trocken


Da ich schon viel vom Amarone della Valpolicella gehört habe und noch einen im Keller hatte, den ich nicht kannte, war ich schon ganz gespannt. Der Wein ist blutrot, dicht und ölig. Der Geruch nicht sehr ausdrucksstark. Leicht nach Brombeere, Heidelbeere und Pflaume, aber alles nur ganz schwach im Aroma. Eher unspektakulär. Im Geschmack weich und samtig, aber auch hier etwas langweilig einseitig. Leicht nach Pfeffer und Nelke und etwas Heidelbeere lässt sich erahnen. Aber insgesamt eher fade und langweilig im Geschmacksbild. Da habe ich mir mehr erhofft. Aber ich werde noch einen weiteren Amarone probieren. Vielleicht war das ja eine negative Ausnahme. Aber diesen Wein werde nicht sicher nicht noch mal kaufen. Da hat das Preis-Leistungsverhältnis nicht gepasst. Leider eine Enttäuschung…
Viele Grüße
Esther

Verkostungsnotiz: Campo de Vides, Montsant, Grianza, 2004, trocken


Was habe ich da in meinem Keller gefunden. Ich weiß nicht mehr woher ich diesen Wein habe, aber mal sehen was er uns bringt. Ein Cuvee aus Grenache, Carignan und Cabernet Sauvignon. Da war ich sehr neugierig, da ich Grenache sehr gerne mag. Die Farbe leuchtet rotviolett mit dichter Struktur.
Ein pfeffrig, gewürziger Geruch steigt in die Nase und kitzelt leicht. Außerdem duftet der Wein herzhaft aromatisch nach Dörrpflaume und Tabak. Ein süß, lieblicher Hauch von Vanille unterstreicht das ganze mit einer gewissen Sanftheit, welches diese Komposition vervollständigt.
Im Geschmack ist die saftige Dörrpflaume zu erkennen und ein kräftig würziger Ton nach Pfeffer und Kümmel. Kräftige Noten von Rauch, Leder und Tabak machen den Wein zum einzigartig charakterstarken Erlebnis. Der liebliche Geschmack nach Vanille gibt dem Wein die Feinheit und bildet den Kontrast zu den rauchig, würzigen Noten. Eine Mischung die man nicht so schnell vergisst. Außerdem bleibt der Wein lange im Gedächtnis, weil er einen langen Abgang hat.
Zu Beginn war der Wein noch verschlossen und die Tannine kratzten stark an der Zunge, aber nach 1 h an der Luft ist aus ihm eine weiche Gaumenfreude geworden.
Viele Grüße
Esther

Weiße Offenbarung


An einem Wochenende wurde ich von meinem Lebensgefährten mit einem verlängerten Wochenende in unserem Lieblingsort in Holland überrascht. Da wir dieses Jahr noch keine Urlaub hatten, waren wir beide urlaubsreif und freuten uns sehr. Wir gingen abends dort schön frischen Fisch essen und am ersten Abend probierte ich einfach mal den weißen Hauswein, den das Restaurant im Angebot hatte. Einen Spanier. Ich hatte dem letzt noch gelesen, dass die Weinkultur in Holland stark zugenommen hat und es dort oft überraschend gute Weine vor allem aus der neuen Welt gibt, aber dazu später.
Der Weißwein. Er kam ganz unauffällig in einem Glas. Saftig gelbgrün und frisch schimmerte er im Glas. Der Duft betörte die Nase nach intensiv reifer, fruchtiger, aromatischer Grapefruit, in die man hineinbeißen möchte. Außerdem kommen exotische Noten von Papaya und Litchi dazu, welche dem herben Grapefruitgeruch eine gewisse Süße verleihen. Am Gaumen erfrischt der Wein fröhlich tanzend um die Zunge den Gaumen mit prickelnder Grapefruit gepaart mit leichter Süße. Die Papaya und Lichti sind auch wieder zu erkennen und geben dem Wein ein rundes Geschmacksbild. Der Wein war so herrlich erfrischend, dass er süchtig macht. Man möchte nur noch mehr. Daher erkundigte ich mich natürlich genau nach diesem Wein und diesem kleinen Bodegas in Calatayud. Dieser Wein war ein reiner Macabeo, was man selten antrifft. Ich habe genau diesen Wein auch nur bei einem Händler gefunden. Es gibt natürlich andere Macabeo, die muss ich mal probieren. Aber diese kleine Bodega hat es mir angetan. Ich möchte unbedingt die anderen Weine davon probieren und wenn ich mal dort in der Gegend bin dahin. Also ich kann nur empfehlen mal einen Macabeo zu probieren, wenn man leichte, frische und unkomplizierte Weine mag.


Viele Grüße

Esther

Verkostungsnotiz: Rosesekt Cuvee Milena(Schwarzriesling/Dornfelder), Weingut Krämer-Lorscheider, Mosel, extra trocken


Ein Sekt auf den man sehr gespannt ist. Ein Cuvee aus Schwarzriesling und Dornfelder und dann ein Rose, das gibt es nicht oft. Kräftige orange-rote Farbe glitzert im Licht. Der Geruch ist frisch fruchtig und die Kohlensäure kitzelt die Nasenspitze. Im Geschmack saftig rot nach Kirschen und Orangenschale. Eine leichte Herbe paart sich mit einer feinen Süße zu einem prickelnd freudigen Erlebnis, von dem man mehr will. Ein Hauch von roten Johannisbeeren macht den Sekt zu einem idealen Begleiter an heißen Sommertagen. Erfischende Eleganz mit fruchtiger Frechheit lassen einem jeden Schluck zu einem kribbelnden Erlebnis werden.


Viele Grüße

Esther

Sonntag, 10. Mai 2009

Verkostungsnotiz: Samtrot kabinett, WG Dürrenzimmern Stockheim, BW, 2005, trocken


Da ich ein großer Schwarzriesling und Burgunder Fan bin, wollte ich unbedingt mal einen Samtrot probieren, was ein Klon des früheren Spätburgunders ist. Die Farbe erinnert schon an einen Spätburgunder. Leichtrote Reflexe lassen das Licht auf der Oberfläche tanzen. In der Nase erdig, krautig, etwas herber als ein Spätburgunder. Auch Noten von Hagebutte und Schlehe sind zu erkennen. Eine interessante Mischung. Im Geschmack macht er seinem Namen alle Würde. Er ist sehr samtig auf der Zunge, leicht Herb mit delikater Süße und langem Abgang, was den Wein für Schleckermäulchen sehr interessant macht. Das ist ein Wein für „Nichtrotweintrinker“, solche, die Probleme mit den Tanninen in schweren Rotweinen haben. Ein leicht zu trinkender Wein. Zarte Aromen von Hagebutte, Himbeere und Schlehe machen den Wein leicht fruchtig. Es fehlt ihm aber der Charakter, was ich an einem Wein schätze. Aber leicht und angenehm zu trinken und das wahr sicher nicht mein letzter Samtrot.

Viele Grüße
Esther

Verkostungsnotiz: Merlot Cusumano, Sizilien, 2006, trocken


Ich habe schon des Öfteren über sizilianischen Wein gelesen und war natürlich neugierig wie dieser Wein schmeckt. Die Farbe besticht schon mit ihrem tiefen Purpur. Der Wein ist dicht und hat eine sehr ölige Struktur. Es wiegt sich schwer im Glas. Eine Vorfreude, da ich Merlot sehr gerne trinke, macht sich bemerkbar. Im Geruch zu erst zurückhaltend nach Schwarzkirsche und Dürrpflaume. Auch Töne von Cassis und rotem Paprika sind zu erkennen. Der Wein soll etwas Luft holen. Nach einer halben Stunde kommt sehr deutlich die Dörrpflaume hervor, umschlungen von Schwarzkirsche.
Im Geschmack zu beginn verhalten und rau auf der Zunge. Nach einer Zeit an der Luft jedoch intensiv nach Dörrpflaume und saftig eingelegten Kirschen. Er ist samtig und weich geworden. Begleitet von einem Hauch Pfeffer und einer gewissen Schärfe macht das diesen Wein zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Eingerahmt werden die ganzen Aromen von einem Geschmack nach fruchtigem Balsamico. Ein wirklich extravaganter Wein, den man nicht so schnell vergisst. Er hat einen sehr langen Abgang.

Viele Grüße
Esther