Mittwoch, 19. November 2008

Erlebnisbericht Bordeaux Verkostung „Wein-Wind-Meer-Garaus“ , Markgröningen am 17.10.2008

Entschuldigung, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Abe rich hatte einiges um die Ohren. Aber ich verspreche mich zu bessern und jetzt euch immer auf dem Laufenden zu halten. Daher hier mein erster Bericht, von einigen die noch folgen, über meine Weinerfahrungen.
Ich hoffe ihr bleibt mir trotzdem treue Leser und schreibt mir auch mal eure Meinung.

In Markgröningen in Baden-Württemberg hat ein sehr empfehlenswerter, kleiner Franzosen-Laden eröffnet. Der Besitzer beschäftigt sich vor allem mit Bordeaux und veranstaltet immer mal wieder Wein-Events. Ich hatte die Chance bei einer Bordeaux-Verkostung teilnehmen zu könne, wo Bordeaux aus den Jahren 1976-1990 verkostet wurden.
Die Veranstaltung spielte sich im Wimpelin-Haus in Markgröningen ab, welches ein sehr schönes Ambiente durch altes Gemäuer und Holzbalken bietet.
Der Veranstalter servierte zusätzlich zu den besonderen Weinen auch noch vorzügliche Speisen. Zur Vorspeise gab es eine Lamm-Steinpilz Terrine mit Feldsalat, dann gab es ein Boeuf Bordelaise und als Nachspeise eine Creme Brulee die alles übertraf. Alles natürlich vom Veranstalter selbst zubereitet. Den krönenden Abschluss bot dann eine kleine feine Käseauswahl.
Nun aber zu den Weinen. Ich werde mich kurz fassen, da es 14 Weine waren, die verkostet wurden.
Es kamen folgende Weine auf den Tisch:

1976 Giscours 3.GCC Margaux: Geruch nach Kirsche und Rosine, Geschmack nach Süßkirsche, Trockenfrüchte und Dattel. Sehr harmonisch.
1979 Canon 1.GCC St. Emilion: Geruch nach Feige, Dörrpflaume, Rosine und Dattel. Geschmack leicht nussig und hatte eine leichte Korknote. Hat nicht so überzeugt.
1983 Rausan-Segla 2.GCC Margaux: Geruch nach Rumrosine und Kirschlikör. Geschmack nach Cassis und leichte mineralische Noten. Dieser war ausgesprochen gut erhalten.
1984 Ducru-Beaucaillou 2.GCC St. Julien: Geruch nach Süßkirsche, Feige, Marmelade und Karamell. Geschmack nicht so ausgeprägt wie Geruch, leicht flach und bitter. Dieser Wein lies sehr zu wünschen übrig.
1985 Bourgneuf Pomerol: Geruch nach leichter Bourbon-Vanille, Dattel und Kompott, eextravagant. Geschmack Kirsch,-und Pflaumenkompott, etwas überreife Früchte, leichte Fäulnisnote.
1986 Calon-Segur 3.GCC St. Estephe: Geruch nach Walderdbeere. Geschmack nach Kirsche, herb mit wenig Aroma. Nicht mehr zu empfehlen.
1986 d’Angludet CB Margaux: Geruch nach Kirschkompott und reifen Kirschen. Geschmack sehr saftig kirschig. Kann man durchaus noch trinken, wenn man davon noch ein Fläschchen im Keller hat.
1987 Pontet-Canet 5GCC Pauillac: Geruch nach Muskat und Cassis. Geschmack nach saurer Kirsche und sehr unharmonisch. Sehr schlechter Jahrgang. Nicht mehr zu empfehlen.
1989 La Louviere Pessac-Leognan: Geruch leicht süßlich, alt, Kirsche und Cassis-Gelee. Geschmack nach Rum, süßlich, Kischlikör, Cassislikör und Süßkirsche. Mittelmäßiger Wein, aber durchaus noch trinkbar.
1989 Marquis de Terme 4.GCC Maraux: Geruch sehr fruchtig, nach Kompott und Kirschen. Geschmack nach saftigen Kirschen und Cassis sowie Pflaumenkompott. Sehr guter Wein und sehr guter Jahrgang. Empfehlenswert.
1989 Pichon Longueville Comtesse de Lalande 2.GCC Pauillac: Geruch nach Kirsche, Cassis und ein Hauch Vanille. Geschmack sehr saftig nach Kirsch und Cassis. Sehr gut erhalten und sehr empfehlenswert.
1990 Les Ormes de Pez CB St. Estephe: Geruch nach Brombeer, Waldbeere und Schwarzkirsche. Geschmack samtig weich, nach Rumsonie und leicht süßlich. Auch sehr gut erhalten und empfehlenswert.
1990 Saint Pierre 4.GCC St. Julien: Geruch nach saftiger Kirsche und Cassis. Geschmack auch saftig nach Kirsche und Cassis. Nicht so gut wie der vorige, aber durchaus noch gut trinkbar.

Der krönende Abschluss bot ein:
1988 Raymond-Lafon Sauternes: Ein unglaubliches Geschmackserlebnis. Golden im Glas und Düfte nach Trochenfrüchten und Rosine betören die Nase. Im Mund eine Geschmacksexplosion der Sinne, traumhaft samtig zart und verspielt süßlich nach Lychee und Rosine. Ein absoluter Spitzenwein, der Seinesgleichen erst einmal suchen muss.

Insgesamt ein sehr gelungener und heiterer Abend und sehr lehrreich, durch die Vielfalt an Weinen. Man bekommt einen sehr guten Überblick über Bordeaux unterschiedlicher Herkunft, Alters und Qualität. Durchaus empfehlenswerte Veranstaltung, aber es wird immer nur eine ausgewählte Anzahl an Personen dazu eingeladen, da es von jedem Wein nur eine Flasche gibt.Ich werde versuchen das nächste Mal wieder dabei zu sein und hier berichten.

Viele Grüße
Esther

Montag, 13. Oktober 2008

Verkostungsnotiz-Malbec-Vergleich: Telteca Malbec 2005, Malbec ARGENTO 2007, Las Higueras Malbec 2007

Ich habe die letzten 3 Tage 3 unterschiedliche Malbec aus Australien getrunken. In 3 unterschiedlichen Preiskategorien. Einen etwas teuren, einen in der mittleren Preisklasse und einen günstigen. Neben dem teuren Wein, war der günstigste der Beste. Der erste war der Preisgünstigste und der zweite der teuerste. Diese beiden waren fantastisch. Der Agento war ein Traum aus Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren mit einem Hauch von Schokolade und Pflaumen. Samtig umschmeichelt er den Gaumen und streichelt die Seele mit seiner filigranen und harmonischen Art.
Der günstige, d.h. der Telteca hat wahrhaftig ein spitzen PLV. Ganz anderer Charakter als der Argento. Saftige Kirschen, rote Johannisbeeren und Granberry-Schokolade umschmeicheln die Zunge und tanzen feudig um den Gaumen.
Beide Weine von dichter Struktur. Der Agento dunkellila und der Telteca kirschrot. Beide sanft und seidig aber mit ganz unterschiedlichen Aromenkombinationen.
Der Wein aus der mittleren Preisklasse kann damit nicht mithalten. Er ist sehr unharmonisch und säurebetont. Keine eindeutigen Aromen und kein eigenständiger Charakter. Daher kann ich den Telteca oder den Argento empfehlen.

Sonntag, 28. September 2008

Mein Bewertungsschema

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch, bevor ich weitere Weine einstelle, mein neues Bewertungsschema vorstellen. Ich habe mir das ausgedacht, damit es einheitlich wird und jeder einen direkten Vergleich zwischen meinen bewerteten Weinen erkennt. Das Bewertungssschema sieht folgendermaßen aus. Es gibt insgesamt 5 Kriterien, nach denen ich bewerten werde:

Optisches Design, Sensorik (mit 3 Unterpunkten: Aussehen, Geruch, Geschmack,), Verfügbarkeit, Preis-Leistung, Gesamtbewertung.

Die Bewertungseinheit sind Weintrauben. Es gibt eine Spanne von 1-5 Weintrauben zu vergeben. Eins für eine ist die niedrigste und 5 ist die höchste Bewertung.

Und meine Weintraube sieht so aus:
Dann viel Spaß beim weiteren Lesen.
Viele Grüße
Esther

Montag, 8. September 2008

Meine Philosophie!

Hallo,

ich möchte hiermit einmal meine Philosophie und somit auch die dieses Blogs erläutern. Wie manche vielleicht schon festgestellt haben, wenn sie nach meinen verkosteten Weinen recherchierten, sind die Weine immer im unteren oder mittleren Preissegment zu finden. Meine Philosophie ist, dass keine Weine über 30 Euro in meinen Weinkeller und somit auf diesem Blog zu finden sind. Ich suche und finde für euch gute Weine für preiswertes Geld. Das ist mein Motto: Guter Wein für gutes Geld. Und es gibt sie. Man findet überall sehr gute Weine für einen Preis, wo es keinem die Tränen in die Augen treibt und man sich zweimal überlegen muss, ob man den Wein kauft. Ich will, dass man sich freuen kann über einen guten Wein und sich auch freuen kann, weil der Geldbeutel nicht belastet wird. Daher bin ich immer auf der Suche nach einen guten Preis-Leistungsverhältnis, um euch dieses auch bieten zu können.
Vielleicht werdet ihr hier nicht Weingüter finden, die die ganze Welt kennt. Aber dafür findet ihr Weine, die genauso oder vielleicht sogar besser sind, aber um ein vielfaches günstiger.
Ich freue mich euch weiterhin eine Hilfe bei eurer Weinsuche zu sein.
Ich werde in nächster Zeit noch ein Bewertungsschema hier einführen, damit ihr auch jeden Wein direkt vergleichen könnt.

Viele Grüße
Esther

Montag, 1. September 2008

Verkostungsnotiz: Kerner Kabinett, Mosel, Krämer-Lorscheider, 2006, lieblich


Ich war sehr neugierig auf den Wein, da ich ja schon die Spätlese von Krämer-Lorscheider kenne und diese sehr gut finde.
Der Wein: Grüngelbliche Farbe, klar. Geruch nach Kiwi, Stachelbeere und zarter Aprikose. Auch ein Hauch Blumen und ein Spritzer Birne ist zu erkennen. Eine prickelnde Säure gepaart mit feiner Süße kitzelt die Nase.
Der erste Schluck eine himmlisch leichte Süße, die um die Zunge tanzt und in der Kombination mit der kribbelnden Säure erstmal seines Gleichen suchen muss. Ein perfektes Zusammenspiel. An Aromen sind feine Töne von Kiwi und Stachelbeere wieder zu erkennen. Man fühlt sich, wie als ob man in eine frische Traube reinbeißt, die saftig, süß und fruchtig schmeckt.
Der lange Abgang rundet das Bild liebevoll ab. Ein leckerer Wein für den Sommer, der nicht zu wuchtig süß, aber auch nicht zu langweilig ist. Die Spätlese setzt noch eins drauf in der Vollkommenheit.
Aber auch der Kabinett kann sich sehen lassen und wartet nur, jemanden mit seiner eigenen Art zu fesseln.

Ein absolutes Schnäppchen im Preis-Leistungsverhältnis.


Gruß

Esther

Dienstag, 19. August 2008

Verkostungsnotiz: NonDum, 100% Tinta de Toro, Toro Rueda, Spanien, 2005, trocken


Demletzt im Glas einen reinen Tinta de Toro, die Urvariante des Temperanillos. Beim Ausschenken beeindruckt dieser Wein durch sein tiefes, dunkles Rot und seine dichte Struktur. Ölige Schlieren schmiegen sich an den Rand des Glases und lassen auf einen großen Wein schließen.
In der Nase köstliche Aromen nach dunklen Kirschen und Walderdbeere. Die Nase wird durch einen likörigen Geruch umschmeichelt mit deutlichen Düften nach Marzipan, Nelke und Pfeffer. Außerdem ist ein Hauch Zitrus zu erkennen.
Im Geschmack gekochte Pflaume und Schwarzkirsche mit einem Hauch Leder. Würzige Noten und Pfeffer geben dem Wein seinen einzigartigen Charakter.
Sein leichtes Tannin bleibt durch den langen Abgang in freudiger Erinnerung.
Sehr charakterstarker Wein mit eigener Persönlichkeit und Extravaganz, die einen Tinta de Toro Liebhaber verzaubert und das Herz höher schlagen lässt.


Gruß

Esther

Samstag, 16. August 2008

Verkostungsnotiz: Rose, Rene Mure, Elsass, trocken, 2006


Ich versuchte mich an einem Rose aus dem Elsass, den ich im Supermarkt entdeckt hatte. Da ich letztes Jahr auf Weinurlaub im Elsass war, dachte ich, probier den mal aus. Er ist leicht lachsfarben und hat einen durchsichtigen Rand, was oft schon auf nicht so gute Qualität schließen lässt.
Der Duft war zart nach Erdbeere und mit einer gewissen Herbe. Dies bestätigte der Geschmack. Ein Hauch von Erdbeere und leicht herbe Noten. Aber sonst sehr flach und langweilig. Weder eine feine Säure ist interessant noch die Fruchtaromen, weil die generell fehlen. Also das war wohl ein Fehlgriff. Als Schorle lies sich der Wein dann doch noch trinken. Kaufen werde ich ihn sicher nicht mehr. Eine richtige Enttäuschung. Naja, ich kaufe auch generell meine Weine nicht mehr im Supermarkt, weil ich da schon oft enttäuscht wurde, aber trotzdem versuche ich es dann ab und zu doch noch mal. Ich werde mir wohl mal einen Rose bei einem Winzer aus dem Elsass bestellen und den dann vergleichen.

Aber diesen Wein hier kann man dann wohl doch nur zum Backen oder Kochen verwenden.


Gruß

Esther